HU-Erinnerung automatisieren: So kommen Kunden von allein wieder
Jeder vierte Autofahrer verpasst seine HU, und nur etwa die Hälfte wird von ihrer Werkstatt erinnert. Dabei ist die HU-Erinnerung ganz einfach: Du schreibst Kunden an, deren HU sicher fällig ist.
Warum Erinnerungen so gut funktionieren
Für den Kunden ist eine HU-Erinnerung ein Service. Er denkt: „Die denken an mich." Entsprechend hoch ist der Rücklauf: Ein erheblicher Teil bucht direkt einen Termin, oft samt HU-Vorbereitung.
Dazu kommt ein Zeitvorteil, den du nicht unterschätzen solltest. Wer sechs Wochen vorher erinnert, spricht das Thema als Erster an. Wer wartet, bis der Kunde selbst merkt, dass die Plakette abläuft, konkurriert mit der Prüforganisation um die Ecke, mit der Werkstatt an der Ausfallstraße und mit dem Angebot, das gerade im Briefkasten lag. Der Termin geht fast immer an den, der zuerst gefragt hat.
Der Ablauf, der sich bewährt
- 6 Wochen vorher: die freundliche Erinnerung mit Buchungslink: „Ihre HU ist im Oktober fällig, sollen wir das übernehmen?"
- 2 Wochen vorher: die kurze Nachfass-Nachricht an alle, die noch nicht reagiert haben.
- Nach der HU: der Eintrag ins Fahrzeug. Damit stellt sich die nächste Erinnerung von selbst.
Der dritte Punkt ist der wichtigste und der, der am häufigsten untergeht. Eine HU-Wache lebt davon, dass das Fälligkeitsdatum nach jeder Prüfung gepflegt wird. Wer das vergisst, hat nach zwei Jahren eine Liste, die halb aus Karteileichen besteht, und schreibt Kunden an, die längst wieder da waren.
Was in der Nachricht stehen muss
Kurz, konkret, mit genau einer Handlung. Vier Bausteine reichen:
- Das Fahrzeug, nicht „Ihr Auto". Kennzeichen und Modell. Wer zwei Autos hat, weiß sonst nicht, um welches es geht, und fragt lieber gar nicht nach.
- Das Datum, nicht „demnächst". „Fällig bis Oktober 2026" ist eine Information. „Ihre HU steht an" ist eine Stimmung.
- Ein Weg zum Termin. Buchungslink, Telefonnummer, beides. Eine Erinnerung ohne nächsten Schritt macht ein schlechtes Gewissen, aber keinen Auftrag.
- Was du mitmachst. „Wir prüfen vorher Licht, Bremsen und Reifen, damit es beim ersten Mal durchgeht." Das ist der Satz, der aus einer Erinnerung einen größeren Auftrag macht.
Handarbeit oder System?
Mit Karteikarten ist das ein Nachmittagsjob pro Monat. Und genau deshalb passiert es nicht. Ein System zieht das Fälligkeitsdatum aus der Fahrzeugakte, schreibt automatisch an und protokolliert, wer reagiert hat. Du formulierst nur einmal die Vorlage.
Noch wichtiger als der Aufwand ist die Verlässlichkeit. Eine Erinnerung, die in ruhigen Monaten rausgeht und in der Reifensaison ausfällt, verliert genau die Kunden, die im Herbst fällig sind, und das sind die meisten. Automatisiert läuft sie auch in der Woche, in der niemand Zeit hat, daran zu denken.
Wenn die Erinnerung auf einen Termin trifft
Eine Erinnerung ist erst dann fertig, wenn ein Termin daraus geworden ist. Deshalb gehört der Buchungslink hinein und nicht nur eine Telefonnummer: Der Kunde liest die Nachricht abends, und abends geht bei dir niemand ans Telefon. Wie du die Buchung aufsetzt, ohne den Kalender aus der Hand zu geben, steht im Beitrag zur Online-Terminbuchung.
Und wenn du Einlagerungskunden hast, kannst du beides verbinden: Die HU-Fälligkeit fällt oft in die Nähe des Räderwechsels. Ein Termin statt zwei ist für den Kunden ein Argument und für dich eine Bühne weniger. Wie sich die Reifeneinlagerung dafür nutzen lässt, steht im Beitrag dazu.
Woher das Fälligkeitsdatum kommt
Eine HU-Wache ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie steht. Kommt eine Erinnerung nie an, ist der häufigste Grund ein leeres Feld in der Fahrzeugakte und kein Softwarefehler.
Drei Wege füllen es zuverlässig. Am besten nutzt du alle drei:
- Die eigene Prüfung. Jede HU, die bei dir läuft, setzt das nächste Datum. Das ist der sauberste Fall, und den kann ein System automatisch erledigen.
- Der Fahrzeugschein bei der Annahme. Wer den Schein sowieso einliest, hat Erstzulassung und Fahrzeugdaten im Haus. Beim QR-Eincheck passiert das nebenbei.
- Die Plakette am Kennzeichen. Der Klassiker, der jedes Mal funktioniert und jedes Mal vergessen wird: ein Blick beim Räderwechsel, und das Datum steht.
Nimm dir einmal eine Stunde und schau nach, bei wie vielen Fahrzeugen in deiner Kartei das Feld leer ist. In den meisten Betrieben ist die Zahl unangenehm hoch. Und jede einzelne Lücke ist ein Termin, der woanders stattfindet.
Der Kanal ist zweitrangig, die Regelmäßigkeit nicht
Brief, E-Mail, SMS, Messenger: Welcher Weg am besten funktioniert, hängt von deiner Kundschaft ab. Darüber lange nachzudenken lohnt sich nicht. Nimm den, den du sowieso gepflegt hast. Eine E-Mail-Adresse, die stimmt, schlägt eine Handynummer, die niemand aktualisiert hat.
Wichtiger als der Kanal ist, dass du überhaupt eine Adresse erfasst und der Kunde weiß, wofür. Ein Satz bei der Auftragsannahme reicht: „Sollen wir Sie erinnern, wenn die HU fällig wird?" Fast alle sagen ja. Wer nein sagt, bekommt einen Vermerk in der Akte. Dann ist das Thema für immer geklärt, und niemand fragt ihn jedes Jahr neu.